Beim Herbsthauptfest der Marianischen Männerkongregation (MC) ermutigt Ehrengast Abtprimas Jeremias Schröder OSB die 1500 versammelten Sodalen in ihrem Weg als Glaubensgemeinschaft.
Als oberster Benediktiner weltweit mit Sitz in der „Ewigen Stadt“ hatte Abt Jeremias wahrlich römisches Wetter mit nach Altötting gebracht: strahlenden Sonnenschein bei Temperaturen um die 30 Grad. Zum Auftakt des Festtages, dem feierlichen Gottesdienst um 9 Uhr war es noch angenehm kühl in der Basilika St. Anna, so dass die Besucher sowohl die feierliche musikalische Gestaltung durch die Altöttinger Hofmusik unter der Leitung von Karlmann Kanzler genießen, als auch den Worten des Abtprimas aufmerksam folgen konnten. Zunächst begrüßte MC-Präses Kapuzinerbruder Georg Greimel die anwesenden Sodalen sowie namentlich Bundestagsabgeordneten Stefan Mayer, Landtagsabgeordneten und CSU-Generalsekretär Martin Huber und Ersten Bürgermeister Stephan Antwerpen.
Impressionen vom MC-Herbsthauptfest 2025
Anschließend übernahm Abtprimas Jeremias Schröder die Leitung des Gottesdienstes, gemeinsam mit den Konzelebranten Präses Br. Georg, Stadtpfarrer i. R. Günther Mandl, Pfarrer Ulrich Bork und Pfarrer i. R. Franz Xaver Hecker. Seine Predigt leitete der Abtprimas nach einer kurzen Selbstvorstellung mit den Worten ein, er fühle sich der Marianischen Männerkongregation sehr verbunden. Auch die MC-Sodalen bänden sich wie die Benediktinermönche an einen Ort – hier Altötting – bei der „Suche nach dem guten Leben“, und sie täten das nicht allein, sondern in Gemeinschaft. Der Glaube werde „in diesem Wallfahrtsort noch mal greifbarer“, wenn es draußen in den Gemeinden aufgrund der Ausdünnung oft schwerer geworden sei, den gemeinsamen Glauben zu erfahren. „Ihr dürft stolz sein, euer Selbstbewusstsein mehren im Lichte einer großen Tradition mit tapferen Vorbildern, eingebunden wie in einer Familie“, bekräftigte der Ehrengast die Entscheidung der Sodalen für die MC.
Bei einem Treffen mit neu ernannten Bischöfen habe Papst Leo ihnen mit auf den Weg gegeben, so Abt Jeremias: „Ihr müsst kreativ sein, den Glauben mit neuen Ideen frisch in die Welt hinaustragen. Dafür braucht ihr innere Freiheit.“ Und genau eine solche innere Freiheit sei auch in den Grundsätzen der MC verankert. Innere Freiheit als Christ bedeute dankbar das anzunehmen, „was einem von Gott in den Weg geschickt wird“. Die benediktinische, die christliche Art „Ja“ zu sagen sei: „Ja, gerne!“ Bewusst im Angesicht Gottes zu leben sei im Kern die Bedeutung von Spiritualität, so der Prediger weiter. Er freue sich sehr, dass heute knapp 30 Sodalen mit ihrer Lebensweihe diesen Weg bekräftigen und sich 15 Männer neu in die Kongregation aufnehmen lassen würden. Jedem einzelnen gratulierte der Abtprimas schließlich per Handschlag zu ihrer Entscheidung, nachdem ihnen Präses Br. Georg das Weihe- bzw. Aufnahmeversprechen abgenommen hatte.
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Mit einer eucharistischen Prozession von der Basilika zum Kapellplatz und einer Statio vor der Gnadenkapelle endete nach dem Gottesdienst feierlich der geistliche Teil des MC-Herbsthauptfestes 2025. Abtprimas Jeremias Schröder war dann noch im Rathaus zum Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Altötting eingeladen und stellte sich anschließend im Kongregationssaal vor dem gemeinsamen Mittagessen den Fragen der versammelten Ortsgruppen-Obmänner (siehe Kasten), bevor er dem Bistumsblatt noch ein Exklusiv-Interview gab.
Sodalen fragen, der Abt antwortet
Obmännerversammlung der Männerkongregation
Nach dem Festgottesdienst hatte MC-Sekretär Hans-Georg Weingartner die Obmänner wieder zur Aussprache in den Kongregationssaal eingeladen – auch Ehrengast Abtprimas Jeremias Schröder gesellte sich für eine Fragerunde dazu. Zunächst aber verkündete MC-Präfekt Stefan Burghart, dass die MC leider durch die bald erwartete Rückkehr von Kapuzinerpater Alexander Madathil nach Indien bis auf Weiteres ohne Vize-Präses auskommen müsse und es daher bis zu einer Nachbesetzung wohl etwas weniger Besuche in den Ortsvereinen geben werde.
Offen und ehrlich antwortete danach Abt Jeremias auf die Fragen aus der Runde, etwa wie er den synodalen Weg in Deutschland beurteile. „Begeistert bin ich nicht“, so die Antwort – er leide als deutscher Ordensmann darunter, wie losgelöst von der Weltkirche der Prozess sei. Viel Zeit werde auf Nebenkriegsschauplätzen wie etwa Genderfragen verbracht, was die Rettung der Kirche nicht sein werde. Umgekehrt aber missverstehe auch Rom vieles, so dass er sich manchmal wie ein Dolmetscher vorkomme, der zwischen den Stühlen sitze. – Wie nahe er Papst Leo komme, wollte ein anderer Sodale wissen. Hoffentlich bald ganz nahe, antwortete der Abt augenzwinkernd, schließlich habe sich der Papst bereiterklärt, zum 125-jährigen Weihejubiläum seiner Abteikirche Sant’Anselmo in Rom zu kommen. Zum Schluss dankte Abtprimas Jeremias den „gestandenen Mannsbildern“ der MC für ihr Engagement im Glauben: „Das ist etwas ganz Kostbares!“
„Herzlich willkommen!“
Empfang im Rathaus
„Herzlich willkommen!“ So begrüßte Erster Bürgermeister Stephan Antwerpen Abtprimas Jeremias Schröder zum Empfang im großen Saal des Altöttinger Rathauses. Ein Wermutstropfen sei vielleicht, dass nur noch 53 Prozent der Altöttinger Katholiken sind, so Antwerpen. Doch er hoffe und sei da auch sehr positiv gestimmt, „dass trotzdem viele den christlichen Gedanken mittragen, auch wenn sie es nach außen hin möglicherweise nicht mehr so leben“. Mit dem Herbsthauptfest der Marianischen Männerkongregation habe man wieder ein tolles Glaubensbekenntnis erlebt. Antwerpen weiter: „Wir sind nur eine kleine Stadt, aber dank der Gnadenmutter doch das Herz Bayerns – es ist ein sehr gutes Miteinander von weltlicher und geistlicher Gemeinde.“
Als Geschenk überreichte er dem Abtprimas dann eine Ausgabe des kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry in bayerischer Sprache. Davon fühlte sich Abt Jeremias „als bayerischer Schwabe“ sehr angesprochen. Er habe kurz darüber nachgedacht, wie man denn die beiden Ämter vergleichen könne – Bürgermeister sei wie der Abt, während der Abtprimas mehr wie ein Landrat sei. Richtig im vollen Leben stünden die Bürgermeister und Äbte, wobei die anderen natürlich auch wichtig seien. Er habe sich sehr über die Einladung gefreut, so Schröder: „Nach Altötting zu kommen heißt ins Haus der Mutter zu kommen, in die Herzkammer unseres Landes.“ Anschließend trug sich der Abtprimas unter dem Applaus der Versammelten in das Goldene Buch der Stadt ein. Nicht ohne zu erwähnen, dass er nächstes Jahr wohl schon wiederkommen werde, da ihn Herr Wieser zum Klostermarkt eingeladen habe.
Wolfgang
Terhörst
Redaktionsleiter



