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Wenn Redakteurin Uschi Friedenberger Schulbus fährt, dann bekommt sie auch so manche Neuigkeiten über die Haustiere der Schüler mit. Im Editorial der aktuellen Ausgabe 34-2025 erzählt sie Anekdoten, die zu Herzen gehen und zum Schmunzeln anregen.
Gerade haben wir ungefähr Halbzeit bei den großen Ferien, doch sie fehlen mir jetzt schon, die Nachrichten über Rosi, Pauli, Bobo oder auch Molly und Smarty.
Jetzt muss ich ein bisschen ausholen: Ich bin ja seit etwa einem Jahr auch Busfahrerin. Wenn ich Schulbus fahre, erzählen bei Wartezeiten vor der Abfahrt vor allem die Grundschüler oft, was es bei ihren Haustieren Neues gibt. Da fiebere ich natürlich mit, wenn Lotta berichtet, dass ihrem 10 Monate alten Hund Rosi vor kurzem so richtig schlecht geworden ist – mit allem, was dazugehört. Der Korbi aus der 1. Klasse erzählt dagegen von seinem Kater Pauli, der zwar nicht ins Haus darf, ansonsten auf dem großen Bauernhof freie Bahn hat, sich aber leider nicht mit dem Hund verträgt.
Foto: Uschi Friedenberger
Eva dagegen kann es oft nicht schnell genug gehen, mit dem Schulbus nach Hause zu kommen, denn da warten schon ihre Schildkröten Molly und Smarty. Die darf man nicht herumtragen, habe ich von Eva gelernt, das mögen Schildkröten nicht. Neulich habe ich bei einer Grundschule einen Buben mit einer Katze auf dem Arm gesehen. Wenn der Bub morgens zu Fuß in die Schule geht, folgt ihm oft die Katze, hat der Schüler erzählt. Sie vertreibt sich dann in der Schule die Zeit und wartet, bis ihr Herrchen mit dem Lernen fertig ist und dann trägt er die Mieze wieder mit nach Hause.
Mir geht immer das Herz auf, wenn ich erlebe, mit wie viel Wärme und Einfühlungsvermögen die oft so technikorientierten Kinder von ihren Tieren sprechen. Übrigens bin ich seit kurzem auch mit „im Club“. Ich habe zwar selbst keinen Hund, bin aber regelmäßig mit meinem Nachbarn Nico unterwegs. Das ist ein kleiner West Highland Terrier, der abends oft mit mir joggen geht, seit sein Herrchen und sein Frauchen nicht mehr so gut auf den Beinen sind. Auch wenn der kleine weiße Wuschel oft ziemlich störrisch das Tempo und die Richtung bestimmen will, geht es mir doch durch und durch, dass er vor Freude wie ein Verrückter herumspringt, wenn er mich kommen sieht. Dann weiß er nämlich: Jetzt geht’s gleich los!
Tiere sind unsere besten Freunde, heißt es. Und da ist echt was dran. Trotzdem müssen sich auch die Vierbeiner, beziehungsweise ihre Herrchen und Frauchen, an Regeln halten. Und da kann ein früherer Dommesner ein Lied davon singen. Er hat es nämlich gelegentlich erlebt, dass Touristen ihren Hund partout in den Dom mitnehmen wollten, was nicht erlaubt ist. Die Besucher haben oft argumentiert, dass ja schon der heilige Franziskus die Tiere als unsere Mitgeschöpfe sehr verehrt hat und was sich die Kirche heutzutage dabei überhaupt denke, Tiere aus Gotteshäusern auszuschließen. Der frühere Dommesner war irgendwann an dem Punkt, wo er sich nicht mehr auf Diskussionen mit uneinsichtigen Leuten eingelassen hat – über Hygiene oder über andere Dombesucher, die Allergien oder Angst vor Hunden haben. Er hat dann einfach gesagt: „Natürlich darf Ihr Hund mit in den Dom – nachdem er mir ein Vaterunser vorgebetet hat!“
Ursula
Friedenberger
Redakteurin



