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Ein Segen
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Kommentar. Das Jahr geht gut los: Mit einem Segen. Die Sternsinger gehen von Haus zu Haus und schreiben „20*C+M+B+18“ an die Haustüren: Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus. Sie bringen den Segen und sie sind ein Segen. In 60 Jahren entwickelte sich die Aktion Dreikönigssingen zur weltweit größten Aktion, bei der sich Kinder (und auch einige Erwachsene, die Freude daran haben) für Kinder in Not einsetzen.
Wer hätte das 1959 für möglich gehalten. Pater Paul Koppelberg hatte die erste Aktion ins Leben gerufen. Der Präsident des Kindermissionswerks berichtete damals in der Zeitschrift „Sternsinger-Mission“ über bedürftige Leprakranke in Korea. 100 Pfarreien sandten daraufhin Sternsinger aus, um für diese gepeinigten Menschen zu sammeln. 95.000 Mark kamen zusammen. Bereits 1961 stieg der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) als zweiter Träger mit ein. 
Was sich in den folgenden Jahren entwickelt, darf man als kleines Wunder bezeichnen: Die Aktion greift um sich, wird größer und größer. Ende der 70er Jahre gibt es die ersten bistumsweiten Aussendungsgottesdienste in einigen katholischen Hochburgen, 1996 wirbt Fußball-Bundestrainer Berti Vogts im Fernsehen für die Aktion und ein D-Zug der Deutschen Bundesbahn wird auf den Namen „Die Sternsinger“ getauft. 2015 schließlich wird das „Sternsingen“ in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. 
Seit dem Start 1959 haben die Sternsinger mehr als eine Milliarde Euro zusammengetragen. Über 70.000 Projekte für benachteiligte Kinder sind in diesen sechs Jahrzehnten unterstützt worden. Wobei immer die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund steht.
„Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ heißt das Leitwort der 60. Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder 300.000 Sternsinger von Tür zu Tür ziehen werden. Mit ihrem Motto machen sie darauf aufmerksam, wie sehr Kinder weltweit unter gefährlicher, gesundheitsgefährdender und ausbeuterischer Arbeit leiden (siehe auch Seite 4). Armut und ein fehlendes gesichertes Einkommen der Eltern sind die Hauptursachen von Kinderarbeit. Neben Gesetzen sind deshalb staatliche und zivilgesellschaftliche Programme nötig, die einen Weg aus der Armut ermöglichen und Familien in die Lage versetzen, auf den Lohn ihrer Kinder verzichten zu können. Einmal mehr wird das gesammelte Geld also ein Segen für Menschen in großer Not sein und eine nachhaltige Wirkung entfalten. Freikaufen können wir uns damit freilich nicht. Jeder muss für sich selbst immer wieder überlegen, wie und was er konsumiert. Das ist der entscheidende Hebel bei der Bekämpfung von Kinderarbeit.
Die Sternsinger schlagen eine starke Brücke von Deutschland in die Welt. Das Bistum Passau wird dabei heuer ganz besonders in den Fokus rücken. In Altötting wird Ende des Jahres die bundesweite Eröffnung der übernächsten Aktion Dreikönigssingen gefeiert. Hoffentlich können wir bis dahin auf viele weitere geglückte, segensreiche und schöne Ereignisse zurückblicken. Auf ein gutes Jahr 2018.
 


Autor: Wolfgang Krinninger
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